Projekt Beschreibung
„Galleon“ Themen-Pubs in Italien
Umsatzträchtige Fregatte auf Expansionskurs
Wenn die „Planet Hollywood“-Kette in Turbulenzen gerät, dann sind schnell Experten zur Stelle, die das Ende der Themen-Restaurants vorhersagen. Etwas vorschnell, wie wir meinen. Es gibt immer noch – und immer wieder neue – umsatzträchtige Themen-Konzepte, die bei den Gästen hoch im Kurs stehen.
Ein Beispiel dafür sind die erfolgreichen „Galleon“-Kneipen in italienischen Städten wie Florenz, Bergamo oder Turin. Mit diesem Konzept will die belgische Brauerei-Gruppe John Martin in ganz Europa für Furore sorgen.
Authentizität ist das Schlagwort hinter dem Erfolg dieser Themen-Pubs. Eiserne Laternen, Schiffsbänke aus Holz, originelle Wand- und Deckengemälde und jede Menge Accessoires von alten Schiffen geben dem Gast das Gefühl, auf einer alten Fregatte zu sein. Unterstützt wird die perfekte Illusion von den verschachtelten Innenräumen. Da ist die große runde Bar, da ist das „Schiffsdeck“, da sind Treppenauf- und Treppenabgänge, da gibt es Masten und viele kleine Nischen und „Kabinen“.
Je nach Stimmung und Laune können die Gäste ihre Plätze wählen – mal an der Bar oder an Deck, wo es hoch her geht, Gedränge und Stimmung herrscht, mal in einem versteckten Eckchen, wo man in Ruhe sein Bier trinken und ratschen kann. Das dunkle Holz sorgt für angenehmes Ambiente, mit etwas Phantasie können sich die Gäste wie in einem alten Piratenfilm fühlen.
Die Idee zu den „Galleon“ Themen-Pubs stammt von Anthony Martin, dem Enkel des Firmengründers John Martin. Der Erfolg in Italien hat dazu geführt, daß der belgische Brauerei-, Hotel- und Catering-Konzern John Martin jetzt mit der Eröffnung weiterer solcher Pubs in Frankreich, Belgien und Spanien beginnt. Sollte das Konzept auch dort aufgehen, haben die Belgier langfristig auch den deutschen Markt im Visier.
Getrunken wird in den „Galleons“ bislang natürlich vor allem das Bier der John Martin- Gruppe, also „John Martin’s“, „Timmermans Blanche Wit“ oder auch „Gordon Finest Gold“, eine neue Bierspezialität mit einem Alkoholgehalt von 10 Prozent! Die „Galleon Pubs“ sind damit auch ein gelungenes Beispiel dafür, wie eine Brauerei angesichts der Konsumzurückhaltung beim Bier nicht in die Hände in den Schoß legen sollte, sondern mit attraktiven Konzepten in die Offensive gehen könnte. Wobei ähnlich wie bei den Alex-Lokalen der britischen Bass-Gruppe in deutschen „Galleons“ deutsches Bier erfolgversprechender sein dürfte als belgisches Bier.
Der Umbau eines Gastro-Objekts in ein „John Martin Galleon Pub“ dauert nach Angaben der Martin-Gruppe rund 90 Tage. Die Investitionen bewegen sich im mittleren Bereich, abhängig natürlich von der Größe der Lokals. Bei den Standorten geben sich die belgischen Bierprofis flexibel (in Turin liegt das Themenpub beispielsweise in einem Vorort), bevorzugt werden allerdings Locations in historischen und/oder stark frequentierten Citylagen. „Ein Standort mit Blick aufs Meer wäre das Nonplusultra“, heißt es bei der John Martin-Gruppe.
Erschienen im Gastronomie-Report 7/1999
Foto: John Martin
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